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Der Missouri Foxtrotter
Die Rasse
Diese besondere Pferderasse aus den USA ist in Vielem anders. Durch ihren Viertakt-Gang gehören die Foxtrotter zu den Gangpferden. Durch ihre Veranlagung in der Rinderarbeit eignen sie sich ebenso für die Rancharbeit. Es gibt Pferde in dieser Rasse, die gute Springer sind, und es werden auch einige in der Dressur geritten, andere werden vor den Wagen gespannt.
Unangefochten und durch keine andere Rasse zu erreichen, ist die Leistung dieser Pferde jedoch im schwierigen Gelände, Berge in den Rocky Montains z. B. zu bewältigen, Canyons und Flüsse zu durchqueren oder auf Distanzritten mit niedrigem Puls ins Ziel zu kommen, bequem, weich, sicher und schnell. Kaum eine andere Pferderasse hat diese Qualitäten. Nur ein Muli ist in der Lage, einem Foxtrotter auf diesen Strecken zu folgen, wenn auch nicht in dessen hohem Tempo.
Im Gelände liegt die Stärke dieser Pferde in ihrer Trittsicherheit und ihrer Ausdauer. Aus diesen Gründen sind mehrere tausend Foxtrotter heute die Pferde der Forestranger in den USA. Genügsam, arbeitswillig, sehr umgänglich mit einem gesunden Drang nach vorn, haben auch viele Freizeitreiter und Wanderreiter Gefallen an den Foxtrottern gefunden. Der überwiegende Teil der Foxtrotterbesitzer hat einfach Freude daran, mit ihren Pferden sicher und bequem auszureiten.
Seit 1996 wächst der Kreis der Foxtrotterbesitzer in Europa, die sich in Wettbewerben mit ihren Pferden messen, in der Europameisterschaft, in der Deutschen Meisterschaft, in Distanzritten.
Stand Juni 2006, gibt es weltweit 89.000 registrierte Foxtrotter, die Mehrheit in den USA, wenige in Kanada, 480 in Europa, davon ca. 320 in Deutschland.
 
Historie
Die "komfortable" Pferderasse aus den Ozark Bergen von Missouri und Arkansas Der "Cowboy Rolls Royce"
Missouri Fox Trotting Horses gibt es seit über 150 Jahren. Sie wurden von den frühen Siedlern in den Ozark Bergen von Missouri und Arkansas gezüchtet, ein Gebirge, das bekannt für sein rauhes und unwegsames Gelände ist. Dort brauchten die Siedler Pferde, die einfach zu reiten waren, Steigungen gut bewältigten und lange Distanzen mit sicherem Schritt schnell und ausdauernd zurücklegen konnten.
1821 überquerten die ersten Siedler den Mississippi und ließen sich in den Ozarks in Missouri nieder. Die meisten kamen aus Tennessee, Kentucky oder Virginia und brachten ihre Reitpferde von dort mit. Der heute charakteristische Gang der Missouri Foxtrotter, begünstigte die spezifische Fortbewegung der Pferde auf dem schwierigen Untergrund. Die Siedler begannen die Pferde mit dem "unterbrochenen Schritt", dem Foxtrot, zu züchten.
Namensgebend und kennzeichnend für diese Rasse ist dieser Foxtrot. Pferde dieser Rasse haben eine natürliche Veranlagung für den gebrochenen Gang (Viertakt). Der Foxtrotter ist ein flach fußendes Pferd und dadurch sehr sicher. Durch den flachen und gebrochenen Gang fühlt der Reiter kaum Erschütterungen und ist für ihn auch nach langer Zeit noch komfortabel im Sattel zu sitzen.
Die Pferde gehen mit den Vorderbeinen Schritt und traben mit den Hinterbeinen. Dieser extrem sichere Gang überträgt auf den Reiter kaum eine Bewegung und verhindert eine schnelle Ermüdung der Pferde. Die Missouri Foxtrotter können zudem einen schnellen, flachen Schritt (Flatfoot Walk) gehen und einen sehr angenehmen Galopp.
 
Wegen dieser Qualitäten wurden die Missouri Foxtrotter die beliebtesten Pferde in den Ozarks. Sie wurden von all Denen geritten, die längere Wege zurückzulegen hatten, von Rinderzüchtern, Landärzten, Sheriffs und Steuerbeamten. Abgelöst wurden diese bequemen Pferde erst von Fortbewegungsmitteln, die mit ihren Pferdestärken neue Dimensionen erreichten: den Automobilen.
So wurden die Missouri Foxtrotter für die Rancharbeit weiterhin gezüchtet. Bald bekamen sie ihren Spitznamen "Cowboy's Rolls Royce". In Missouri kann und will man auf diese zuverlässigen Pferde trotz der fortschreitenden Motorisierung nicht verzichten, denn sie sind optimal für die anstrengende Arbeit mit den Rindern.
Zur Pflege und Weiterführung der Zucht wurde 1948 die "Missouri Fox Trotting Horse Breed Association" in Ava, Missouri, gegründet. Heute sind mehr als 89.000 Foxtrotter in den USA, Kanada und Europa registriert.
Seit 1959 findet in Ava jährlich die Weltmeisterschaft der Missouri Foxtrotter statt. Seit 1996 gibt es jedes zweite Jahr die Europameisterschaft an wechselnden Orten in Deutschland und Österreich.
Trail- und Freizeitreiter, quer durch die Vereinigten Staaten, haben die Vorzüge der Missouri Foxtrotter genauso entdeckt wie die U.S. Forest Ranger. Für die Ranger, die beispielsweise das weitläufige Naturschutzgebiet des Yellowstone-Parks beaufsichtigen, gibt es keine vergleichbare Pferderasse, wenn es darum geht, sicher durch schwieriges Gelände zu reiten.
Geschichte der Missouri Foxtrotter in Europa
1992 wurden die Foxtrotter zum ersten Mal in Europa auf der Hypologica in Berlin vorgestellt und anschliessend im März 1993 auf der Equitana in Essen. Einzelne Pferde wurden bereits Mitte der 50ziger nach England von der Queen eingeführt. Es sollen 12 Palominos gewesen sein. Seit der Equitana hat sich der Bestand der Missouri Foxtrotter besonders in Österreich und Deutschland stark erhöht. Obwohl diese Rasse besonders bei den Freizeitreitern immer beliebter wird, ist der Missouri Foxtrotter mit ca. 480 Pferden in Europa immer noch ein Exote. Neben Deutschland, Österreich, Schweiz gibt es eine kleine Anzahl in Frankreich, Tschechien und Spanien.
Die Erste Europameisterschaft der Missouri Foxtrotter fand vom 2-4. August 1996 in Traunreut, Schloss Pertenstein statt. Es hatten über 40 Pferde aus Deutschland, Östereich und der Schweiz gemeldet. In 9 Disziplinen wurden die Pferde in über 100 Einzelprüfungen vorgestellt.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich Züchter etabliert. Das Zuchtmaterial in Europa kann als besonders gut eingestuft werden. Die hohen Frachtkosten aus den USA erklären, dass überwiegend bestes Pferdematerial nach Europa eingeführt wird.
Die Gänge
1. Flatfoot Walk (Zuchtziel) Der Flatfoot Walk ist ein flacher Vier-Takt-Gang in lateraler Fußfolge. Die Spur der Hinterbeine soll die der Vorderbeine übertreten.
2. Foxtrott (Zuchtziel) Der Foxtrott ist ein diagonaler Gang im Vierschlag. Ein gebrochener Trab, bei dem der vordere Huf, kurz vor dem hinterem auffusst. Das Pferd geht dabei im Walk mit den Vorderbeinen und im Trab mit den Hinterbeinen und tritt dabei über. Der Kopf spiegelt den Rhythmus des Ganges wieder. Der Schweif zeigt ebenfalls den Rhythmus des Ganges an.
3. Canter (Zuchtziel) Der Canter ist eine Drei-Takt-Gangart, geschmeidig, frei, entspannt und auf beiden Händen gerade. Die Tritte sind lang und weitausgreifend. Zu stark versammelter Vier-Takt-Gallop, übermäßiges Tempo und exzessives Pumpen in der Bewegung sind nicht erwünscht.
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| Flatfoot Walk |
Foxtrott |
Canter |
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